Besonders tragisch ist der Haarausfall bei Betroffenen, die unter Alopecia universalis leiden. Denn der Begriff Alopecia universalis umschreibt nicht nur den Verlust der Haupthaare, sondern den Haarausfall am ganzen Körper.Den Betroffenen, die unter Alopecia universalis leiden, fallen somit also auch Wimpern, Augenbrauen und die Haare im Schambereich aus und es führt darüber hinaus sogar zum Verlust der Behaarung in Nase und Ohren.

Auch wenn es sich dabei vordergründig um ein kosmetisches Problem handelt, so kann diese extreme Form des Haarausfalls noch zahlreiche weitere unangenehme Folgen und sogar gesundheitliche Probleme nach sich ziehen. Insbesondere die Haare an Augen, in der Nase und in den Ohren erfüllen eine wichtige Schutzfunktion für den Körper. Beispielsweise halten Augenbrauen und Wimpern den Schweiß zurück, sodass dieser nicht in die Augen gelangen kann.

Schweiß in den Augen ist zwar in erster Linie unangenehm, jedoch kann der salzhaltige

Schweiß bei Menschen, die stark schwitzen, die Sehkraft durchaus zumindest zeitweise beeinträchtigen.Noch gravierender kann sich der Verlust der Behaarung in Nase und Ohren auswirken. Hier stellen die Haare nämlich einen wichtigen Schutzschild des Körpers dar, durch den verhindert wird, dass Staub, Viren und Bakterien ins Innere des Körpers gelangen können. Fehlen diese Haare, sind die Betroffenen einer stärkeren Infektionsgefahr ausgesetzt.

Als gefährlich kann sich Alopecia universalis auch für Allergiker entpuppen, da nun auch die allergieauslösenden Stoffe leichter in den Körper gelangen können.

Wodurch wird Alopecia universalis ausgelöst?

Wodurch Alopecia universalis ausgelöst wird, ist bis heute ungeklärt. Nach dem heutigen Stand der Forschung geht man davon aus, dass die Krankheit als eine sogenannte autosomane rezessive Erkrankung vererbt wird. Als Grund wird eine Mutation auf dem Chromosom HR angenommen.Der komplette Haarausfall am gesamten Körper kommt zwar höchst selten vor, jedoch sind die Heilungserfolge umso größer, je frühzeitiger mit einer Therapie begonnen wird. Diese muss in jedem Fall mit einem Arzt, idealerweise einem Dermatologen,

abgesprochen werden, da der Experte die Chancen und Risiken sehr viel besser einschätzen kann als ein Patient.Hausmittel wie Brennnesselextrakt, die oft empfohlen werden, mögen zwar das persönliche Wohlbefinden steigern, gewährleisten aber keinen Heilungserfolg.

Die ersten Anzeichen der Alopecia universalis

Bei Alopecia universalis handelt es sich im Grunde um die extremste Form von Alopecia Areata, auch bekannt als kreisrunder Haarausfall. Dabei handelt es sich um die häufigste Form einer entzündlichen Haarausfallerkrankung, von der allein in Deutschland etwa 1,4 Millionen Menschen betroffen sind.Obwohl diese Autoimmun-Erkrankung äußerst unvorhergesehen und in jedem Lebensalter auftreten kann, sind am häufigsten Menschen im zweiten und dritten Lebensjahrzehnt davon betroffen. Symptome für Alopecia areata ist ein plötzlicher, herdartiger Haarausfall an der Kopfhaut, der sich in runden oder ovalförmigen kahlen Stellen äußert.

Hervorgerufen wird diese Form des Haarausfalls dadurch, dass das Immunsystem

des Körpers die Haarfollikel – also die Wachstumszone des Haares – als Fremdkörper identifiziert und mit entsprechenden Antikörpern attackiert. Daraufhin stoppt das Haarwachstum und die Haare fallen schließlich aus.Zwar kann der Haarausfall mit einem Jucken oder Brennen an den betroffenen Stellen einhergehen. Jedoch erfolgt er in den weitaus meisten Fällen ohne begleitende Symptome, sodass den kreisrunden Haarausfall erst der Friseur beim regelmäßigen Haarschnitt entdeckt.

Wodurch wird der Haarausfall ausgelöst?

Weil der kreisrunde Haarausfall in Familien gehäuft auftritt, dürfte die genetische Komponente eine wichtige Rolle spielen. Daneben gibt es allerdings noch eine Reihe weiterer Risikofaktoren. Dazu gehören:

  • Stress
  • chemische Stoffe
  • Störungen an den Chromosomen
Bemerkenswert ist in jedem Fall, dass Alopecia areata gehäuft auftritt, nachdem die Betroffenen emotionalen Stress überwunden haben.

Die typischen Merkmale des kreisrunden Haarausfalls

Die offensichtlichsten Anzeichen für Alopecia areata sind die runden, kahlen Stellen an der Kopfhaut. Im Verlauf der Erkrankung können allerdings zahlreiche weitere Körperpartien betroffen sein.Auch dass die Haare an einigen betroffenen Stellen wieder nachwachsen, während sie an anderen ausfallen, wurde bereits beobachtet.
Andere Symptome können auftreten, etwa:

  • Erröten der vom Haarausfall betroffenen Stelle
  • Jucken
  • Überempfindlichkeit
  • Brennen
  • Höhlungen oder Grübchen

Gibt es einen typischen Krankheitsverlauf?

Größtenteils verschwinden die kahlen Stellen an der Kopfhaut bei den meisten Betroffenen etwa nach drei bis sechs Monaten auch ohne Therapie wieder. In seltenen Fällen weiten sich die haarlosen Stellen aber auch weiter aus.
Dann kann es zur Alopecia totalis, also zur Glatzenbildung, oder im Extremfall sogar zur Alopecia universalis kommen.

Typische Folgen des Haarausfalls

Obwohl es sich im frühesten Stadium der Alopecia universalis in erster Linie um ein kosmetisches Problem handelt, das sich mit relativ geringem Aufwand kaschieren lässt, kann sich der Haarausfall dennoch extrem problematisch für die Betroffenen auswirken.Denn einerseits bedeutet der Haarausfall eine – oft massive – Änderung des Äußeren, andererseits schwingt oft unterschwellig die Angst vor der Reaktion anderer Menschen mit. Deshalb vermeiden die Betroffenen soziale Kontakte weitestgehend und entwickeln im Extremfall sogar soziale Phobien oder leiden unter Angstzuständen. Diese Problematik betrifft insbesondere Patienten, die

unter Alopecia universalis leiden, weil das haarlose Erscheinungsbild fremdartig wird und viele Menschen meinen, die Betroffenen litten unter einer ansteckenden Krankheit – was eben nicht der Fall ist.Es gibt aber Psychologen, die mit dieser Problematik vertraut sind, wie auch diverse Selbsthilfegruppen, wo Betroffene in Kontakt mit anderen Alopecia universalis-Patienten kommen und ihre Erfahrungen austauschen können.

Medizinische Therapiemöglichkeiten gegen den Haarausfall

Während bei anderen Formen des Haarausfalls eine Haartransplantation, bei der das Haar samt Follikel transplantiert wird, gute Ergebnisse bringt, trifft dies bei Alopecia universalis nicht zu. Der Grund: Auch die Follikel des transplantierten Haares würden vom Immunsystem des Körpers als Fremdkörper identifiziert und attackiert werden.Es gibt jedoch eine ganze Reihe von Therapien, die bei zahlreichen Patienten, die noch nicht das Stadium der Alopecia universalis erreicht hatten, einen Heilungserfolg mit sich gebracht haben. Die Patientenzahlen sind aber noch zu gering, um Aussagen über die Chancen der Therapie treffen zu können.

In den USA ist es sogar schon gelungen, den Haarwuchs eines Alopecia universalis-Patienten durch ein Rheuma-Medikament anzuregen.

Für dieses fehlt aber noch die Zulassung auf dem europäischen Markt, sodass es hier derzeit nicht eingesetzt werden darf.Bei schweren Fällen von Alopecia areata hat sich in der Vergangenheit jedoch eine äußerlich angewendete Immuntherapie mit dem Wirkstoff Diphenylcyclopropenon als erfolgreich erwiesen: Bei etwa einem Drittel der Betroffenen hat nach der bis zu 43 wöchigen Therapie das gewünschte Haarwachstum wieder eingesetzt.