Zu den alten und neuen Mitteln gegen Haarausfall gehört die Heilpflanze Bockshornklee. Forscher haben mit wissenschaftlichen Methoden Erklärungen gefunden, warum Bockshornklee bei Haarausfall wirksam ist. Vor der Verwendung von Bockshornklee gegen Haarausfall sollten Sie sich über die Eigenschaften der Pflanze informieren und bei der Anwendung einige Dinge beachten.

Bockshornklee – ein Kurzprofil

Bockshornklee wird seit Langem in vielen Kulturen rund um den Erdball genutzt. Das vielseitige Kraut ist auch unter seinem lateinischen Namen Trigonella foenum-graecum, als Griechisches Heu oder als Fenugreek bekannt. Da die Pflanze nicht übermäßig anspruchsvoll ist, hat sie ein großes Verbreitungsgebiet: Vor allem im Mittelmeerraum, im Nahen Osten, Indien und China wird sie angebaut. In Deutschland ist Bockshornklee vor allem in den südlichen Regionen wild zu finden. Verwendet werden bevorzugt die Samen der würzig riechenden Pflanze. Das Interesse am Anbau des Bockshornklees nach wie vor groß. Er wird als Futterpflanze, als Gewürz und als Heilpflanze verwendet.

Bockshornklee: Eine vielseitige Pflanze mit langer Geschichte

Als Kulturpflanze ist Bockshornklee bereits seit der Kupferzeit nachgewiesen. In der Antike waren im Nahen Osten, in Ägypten und China seine Heilwirkungen bekannt. Seit dem Mittelalter wird er als Heilpflanze in Mitteleuropa angebaut und geschätzt. Vor allem wird Bockshornklee gegen Haarausfall, Hautkrankheiten oder Menstruationsbeschwerden verwendet. Die Wirkungsweise von Bockshornklee wurde in einer Reihe wissenschaftlicher Studien untersucht. Die Forscher beschäftigten sich beispielsweise mit der Wirksamkeit bei Parkinson, entzündlichen Vorgängen, Stoffwechselstörungen sowie Haarausfall. Neben den medizinischen Anwendungen gibt es verschiedene Verwendungsmöglichkeiten in der Küche. Junge Blätter lassen sich zu Gemüse verarbeiten. Die Samen eignen sich als Würzmittel. Bockshornklee ist beispielsweise Bestandteil indischer Currys, Schweizer Brot- und Käsegewürze und türkischer Würzpasten.

Die Bockshornklee-Studie zur Wirksamkeit gegen Haarausfall

Zu den wissenschaftlich untersuchten Einsatzgebieten von Bockshornklee gehört der Haarausfall bei Frauen und Männern. Die bekannteste Studie von Ernährungswissenschaftlern wurde 2006 durchgeführt. Sie war ein Gemeinschaftsprojekt eines Forschungsinstituts und der Universität Hohenheim. 60 Männer und Freuen nahmen an der randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrollierten Studie teil. Ein Teil der Probanden nahm täglich Bockshornklee-Kapseln mit Mikronährstoffen, die anderen ein Plazebopräparat ohne Bockshornklee. Die Haardichte der Teilnehmer wurde im Zwei-Monatsrhythmus vermessen. Nach sechs Monaten gab es zusätzlich eine Befragung, in der die Probanden ihre subjektiven Eindrücke schilderten. Das Ergebnis der Bockshornklee-Studie zeigt, dass die kontinuierliche Einnahme der Wirkstoffkapseln über einen längeren Zeitraum zu einer messbaren Verbesserung der Haardichte führen kann. Die Teilnehmer selbst äußerten sich positiv über ihr Haarvolumen und die Widerstandskraft der Haare.

Welche Inhaltsstoffe des Bockshornklees wirken gegen Haarausfall?

Wie bei vielen Pflanzen, die medizinische Wirkungen zeigen, ist zu vermuten, dass es die Kombination der Inhaltsstoffe ist, die für den positiven Effekt sorgt, nicht ein einzelner. Beim Bockshornklee sind zunächst die ätherischen Öle zu nennen, die auch für den würzigen Geschmack verantwortlich sind. Medizinisch gesehen haben sie eine leicht desinfizierende Wirkung. Die Saponine sind für unterschiedliche pharmazeutische Eigenschaften der Pflanze verantwortlich, die ihren Nutzen als Heilpflanze in vielen Kulturen erklären. Das Phytohormon Foenugraecin, das in der Pflanze enthalten ist, zeigt fördernde Wirkung auf die Hormonproduktion im menschlichen Körper. Schließlich enthält Bockshornkleesamen eine eindrucksvolle Kombination aus Nährstoffen, die bestehende Mangelzustände ausgleichen können und den Körper bei der Haarentwicklung unterstützen. Dazu zählen Proteine, Eisen, Kalzium und Magnesium sowie B-Vitamine, Vitamin A, Vitamin C und Vitamin D.

Hilft Bockshornklee gegen Haarausfall jeden Typs?

Haarausfall kann sehr unterschiedliche Ursachen haben, die sich nicht alle durch die Einnahme von Bockshornkleepräparaten beheben lassen. Vereinfacht gesagt entsteht Haarausfall, wenn sich mehr Haare im Endstadium ihres Wachstunszyklus befinden und ausfallen als nachwachsende Haare. Die Faktoren, die das Ausfallen der Haare begünstigen oder die das Nachwachsen behindern, sind vielfältig. Besonders häufig spielt das Hormon Testosteron eine Rolle, das die Tätigkeit der Haarwurzeln beeinträchtigen kann. Stoffwechselstörungen sind ein weiterer Grund. Diese können angeboren sein oder durch Krankheiten verursacht werden. Bei manchen Medikamenten gehört Haarausfall zu den Nebenwirkungen. Ernährungsgewohnheiten, die einen Mangel an bestimmten Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen hervorrufen, sind eine weitere Möglichkeit. Vor der Einnahme eines Präparats können Sie durch einen Dermatologen feststellen lassen, was bei Ihren Haaren die Symptome auslöst. Auf diese Weise können Sie besser entscheiden, ob Bockshornklee bei Haarausfall in Ihrem Fall erfolgsversprechend ist.

Bockshornklee gegen Haarausfall: Präparate zum Einnehmen

Wenn Sie Bockshornklee gegen Haarausfall innerlich anwenden möchten, haben Sie unterschiedliche Möglichkeiten. Die einfachste Methode ist natürlich, die Samen in den täglichen Speiseplan einzubauen. Daneben gibt es Bockshornkleetee, von dem Sie jeden Tag zwei Tassen trinken können. Die gemahlenen Samen gibt es auch als Pulver zu kaufen. Dieses lässt sich beispielsweise in Joghurt einrühren oder mit Speisen vermischen. Was eine zielgerichtete Therapie auf diese Weise schwierig macht, ist das Problem der Dosierung. Bei Samen, die Sie auf dem Markt kaufen, wissen Sie wenig über die Konzentration der Inhaltsstoffe. Wie bei allen natürlichen Nahrungsmitteln kann es zu Schwankungen kommen. Auch beim Tee lässt sich eine gleichmäßige Dosierung kaum einhalten, da jeder Aufguss etwas anders ausfällt. Wenn Sie Bockshornklee bei Haarausfall kurmäßig einsetzen wollen, sind Präparate in Kapselform einfacher zu dosieren. Durch die industrielle Herstellung ist eine genauere Dosierung möglich.

Bockshornklee gegen Haarausfall: äußerliche Anwendungsmöglichkeiten

Zur Unterstützung der Therapie können Sie Bockshornklee bei Haarausfall zusätzlich äußerlich anwenden. Dies hat den Vorteil, dass die Wirkstoffe in der Nähe des Problemorts aufgetragen werden. Allerdings kann über die Haut nur ein Teil der wirksamen Substanzen vom Körper aufgenommen werden. Für die Behandlung der Haare gibt es Shampoos und Haartinkturen, die Bockshornklee enthalten. Die Heilpflanze eignet sich jedoch auch für selbst gemachte Pflegeprodukte. Eine sehr einfache Methode besteht darin, Bockshornkleesamen mit heißem Wasser zu übergießen. Nach einiger Zeit bildet sich eine gelartige Substanz, die Inhaltsstoffe des Bockshornklees enthält. Nach dem Abkühlen können Sie dieses Gel dünn auf die Kopfhaut auftragen und trocknen lassen.

Das ist bei einer Therapie mit Bockshornklee zu beachten

Ein entscheidender Faktor für den Therapieerfolg mit Bockshornklee bei Haarausfall ist die Wirkstoffkonzentration in den Kapseln. Ist sie zu gering, ist keine durchgreifende Wirkung zu erwarten. Ähnlich wie bei Hautbehandlungen ist auch bei einer Therapie gegen Haarausfall Geduld erforderlich. Die Wirkstoffe des Bockshornklees müssen im Körper eine gewisse Konzentration erreichen. Außerdem müssen die Haare, die schon auf die Therapie ansprechen, erst ein Stück wachsen, bis die Erfolge sicht- und fühlbar werden. Ganz wichtig: Nachteilige Faktoren, die den Haarausfall verstärken, sollten nach Möglichkeit ausgeschaltet werden. Das kann zum Beispiel bedeuten, dass Sie Ihre Ernährungsgewohnheiten ändern, um die Haare besser mit Nährstoffen zu versorgen. Wenn übermäßiger Stress sich negativ auf den Haarstoffwechsel auswirkt, können Sie versuchen, mit Entspannungsübungen oder Sport einen Ausgleich zu finden. Schließlich ist es ratsam abzuklären, ob die Wirkstoffe des Bockshornklees Wechselwirkungen mit Medikamenten zeigen, die Sie nehmen. Auf diese Weise stellen Sie sicher, dass Sie die optimale Wirkungsweise aller Präparate erhalten.