Ähnlich wie bei der Perücke, handelt es sich beim Toupet um einen Haarersatz, der aus Kunst- oder Echthaar gefertigt wird. Doch während die Perücke die gesamte Kopfhaut bedeckt, soll das Toupet lediglich die kahlen Stellen auf kleinerer Fläche verbergen.

Getragen wird es deshalb vorwiegend von Männern, die eine Stirn- oder eine Halbglatze verbergen wollen.

Bei dieser Form des Haarersatzes handelt es sich übrigens beileibe um keine Erfindung der Neuzeit. Mit dem Begriff Toupet wurde ursprünglich eine Haarmode bezeichnet, die in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts getragen wurde. Dabei wurde das Haar entweder toupiert oder unter die Frisur wurde ein Polster untergelegt. Dadurch entstand eine Haartolle, die mit Pomade befestigt wurde.

Ein Toupet ist eine einfache Möglichkeit, um den kahlen Kopf zu kaschieren

Abbildung 1: Das klassische Toupet für den Mann

Für wen eignet sich das Toupet?

Dieser Haarersatz empfiehlt sich vor allem für Männer, die unter dem diffusen oder erblich bedingten Haarausfall leiden. Bei dieser Form des Haarausfalls gibt es nämlich einen relativ klassischen Verlauf: Zunächst lichtet sich das Haar im Bereich der Stirn und es bilden sich sogenannte Geheimratsecken. Im Laufe der Zeit vergrößern sich die kahlen Stellen auf der Kopfhaut jedoch und es bildet sich eine Halbglatze oder gar eine Glatze, wobei meist ein kleiner Haarkranz aus Eigenhaar zurückbleibt. Da es sich bei einem Toupet um eine Maßanfertigung handelt, die entsprechend möglichst passgenau auf das betroffene Areal zugeschnitten wird, eignet es sich hervorragend beim diffusen Haarausfall. Bei anderen Formen des Haarausfalls stellen kleinere Haarteile oder komplette Perücken eine bessere Wahl dar. Denn

  • bei Alopecia areata, dem kreisrunden Haarausfall, fallen die Haare an diversen Stellen der Kopfhaut aus. Während der Haarwuchs an einer Stelle wieder einsetzt, können die Haare zugleich büschelweise an einer anderen Stelle ausfallen.
  • Bei Alopecia totalis ist über kurz oder lang der gesamte Kopfbereich von Haarausfall betroffen.
  • Bei Alopecia universalis ist sogar der gesamte Körper betroffen.
  • Auch bei Krebspatienten, die sich einer Chemotherapie unterziehen, fällt für gewöhnlich vorübergehend das komplette Haupthaar aus

Ein vielfältiger Haarersatz

Ein Toupet lässt sich in zahlreichen Ausführungen und Größen anfertigen. Ein kahler Hinterkopf kann hier ebenso verdeckt werden, wie ein schmaler Haarkranz optisch aufgefüllt werden kann. Vor dem Kauf sollten die Betroffenen zunächst allerdings unbedingt die Beratung bei einem Zweihaarspezialisten in Anspruch nehmen. Damit der Haarersatz die kahlen Stellen bestmöglich verdeckt, müssen nämlich einige Faktoren beachtet werden. So sollte das Toupet so angebracht sein, dass der Übergang zwischen Echthaar und Haarersatz möglichst unsichtbar ist.
Auch sollten die Ersatzhaare möglichst natürlich fallen und idealerweise der eigenen Haarfarbe des Betroffenen entsprechen. Nur dann ist ein vollwertiger Haarersatz gegeben. Der Spezialist kann seinem Kunden außerdem dabei helfen, wenn es darum geht, den Haarersatz richtig anzulegen.

Haarersatz in verschiedenen Qualitätsstufen

Erhältlich ist das Toupet in verschiedenen Qualitätsstufen. Wer den Haarersatz benötigt, muss also nicht zwangsläufig zur teuersten Alternative greifen, um das passende Zweithaar für den eigenen Bedarf zu erhalten. Folgende Qualitätsstufen werden unterschieden:

  • Der Haarersatz aus Basis-Kunstfaser eignet sich vor allem für Kurzhaarfrisuren mit einer hohen Dichte an Haaren. Dieses Toupet sollte nicht dauerhaft getragen werden, denn es ist anfällig für Materialermüdung durch Umwelteinflüsse, Hitze und Reibung. Es zeigt jedoch eine gute Farbbeständigkeit.
  • Farb- und hitzebeständige Kunstfaser kann dauerhaft getragen werden und eignet sich für jede Größe und Frisur. Weil sich nur eine geringe Materialermüdung zeigt, lassen sich diese Ersatzhaare auch föhnen.
  • Der Ersatz aus naturbelassenem Echthaar kann dauerhaft getragen werden und eignet sich für jede Frisur. Dieser Haarersatz kann gefönt und eingefärbt werden, wobei er dieselbe Farbbeständigkeit aufweist wie das eigene Haar. Dieser Haarersatz muss allerdings gut gepflegt werden.
  • Der Ersatz aus behandeltem Echthaar lässt sich ebenfalls dauerhaft tragen und eignet sich für jede Frisur. Allerdings ist der Pflegeaufwand im Vergleich zu anderen Modellen relativ hoch. Dieses Ersatzhaar kann gefönt und eingefärbt werden, es weist jedoch eine geringere Farbbeständigkeit als das eigene Haar auf.
  • Dadurch zeichnet sich ein gutes Toupet aus

    Als wichtigstes Qualitätsmerkmal für ein gutes Toupet gilt neben dem hohen Tragekomfort vor allem die Trageweise. So sollte ein Außenstehender, der nichts vom Haarausfall des Betroffenen weiß, nicht auf den ersten Blick erkennen, dass dieser einen Haarersatz trägt. Die Basis des Haarersatzes bildet eine sehr dünne Netzmontur, die in jedem Fall qualitativ hochwertig und sehr haltbar sein sollte. Für ein hochwertiges Toupet spricht, wenn diese Netzmontur von außen nicht auf der Kopfhaut gesehen werden kann, wodurch das Ersatzhaar natürlich wirkt. Außerdem sollte die Netzmontur luftdurchlässig sein, was wiederum den Tragekomfort erhöht.
    Darüber hinaus wird ein gutes Toupet nicht industriell hergestellt, sondern individuell angepasst. Dadurch können die Haare so auf der Netzmontur eingearbeitet werden, wie es dem natürlichen Haarwachstum am besten entspricht. Beispielsweise kann jemand, der sehr dünnes Eigenhaar besitzt, kein Toupet tragen, auf dem dicke Haare enthalten sind.

    Wie wird der Haarersatz befestigt?

    Prinzipiell gibt es mehrere Möglichkeiten, um ein Toupet an der Kopfhaut zu befestigen. Auf eine zumindest zeitweilige Fixierung verzichten die wenigsten Betroffenen, weil dann die Gefahr gegeben ist, dass das Toupet verrutschen könnte. Soll der Haarersatz nur zeitweise fixiert werden, werden dafür Klebestreifen mit einem hautfreundlichen Kleber in die Toupets eingearbeitet. Auch für die dauerhafte Fixierung werden hautfreundliche Kleber, die dermatologisch geprüft sind, verwendet. Diese werden direkt auf die haarlose Kopfhaut aufgetragen. Nach der erforderlichen Einwirkzeit wird der Haarersatz aufgelegt, befestigt und bestmöglich in die Frisur
    eingepasst. Mit einer dauerhaften Fixierung können die Betroffenen übrigens auch problemlos Sport treiben oder die Sauna besuchen, ohne dass die Gefahr besteht, dass der Haarersatz verrutschen oder sich sonst wie verändern könnte. Die zeitweilige Fixierung wird jedoch meist nur dann gewählt, wenn die Betroffenen unter Allergien leiden oder dazu neigen, stark zu schwitzen.

    So wird der Haarersatz gepflegt

    Unabhängig davon, ob die Ersatzhaare aus Kunststoff oder Echthaar bestehen, sollte das Toupet in regelmäßigen Abständen von etwa einer Woche gereinigt werden. Für die Betroffenen empfiehlt es sich deshalb, ein Ersatztoupet anzuschaffen, damit der Haarausfall auch während der Reinigung unbemerkt bleibt. Die Reinigung kann der Besitzer selbst durchführen. Zunächst muss der Haarersatz angefeuchtet und mit einem Spezialshampoo gewaschen werden. Gelegentlich kann eine spezielle
    Kur verwendet werden, die dem Ersatzhaar Glanz und Geschmeidigkeit verleiht. Getrocknet wird der Haarersatz anschließend auf einem Styroporkopf. In noch nassem Zustand darf die Korrektur der Frisur lediglich mit den Fingern erfolgen, gekämmt sollte der Haarersatz ausschließlich in trockenem Zustand werden.