Alopecia totalis bei fortschreitender Alopecia areata droht der Verlust des gesamten Haupthaars

Haarausfall kann sich auf verschiedene Arten äußern. Beim Mann beginnt der Haarverlust oft mit Geheimratsecken, denen später eine kahle Stelle am Hinterkopf folgt. Hierbei handelt es sich in der Regel um androgenetischen Haarausfall. Bei Frauen äußert sich diese Form des Haarausfalls eher durch lichter werdendes Haar an der Scheitellinie. Fällt das Haar plötzlich auf einer klar abgegrenzten, runden Fläche aus, haben wir es mit dem sogenannten kreisrunden Haarausfall zu tun, der auch Alopecia areata genannt wird. In seltenen Fällen hört die Alopecia areata von alleine wieder auf und der Haarausfall stoppt. Ist dies nicht der Fall, kann der Verlust der gesamten Kopfbehaarung folgen. In diesem Fall spricht man von Alopecia totalis.

Wie kann es zur Alopecia totalis kommen?

Die Alopecia totalis ist eine Form der Alopecia areata, bei der es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt. Hierbei treten runde oder ovale Stellen auf, an denen die Haare ausgehen. Meist ist das Haupthaar betroffen, aber die Alopecia areata kann auch die Augenbrauen oder den Bart befallen. Der Körper identifiziert die eigenen Haare als Fremdkörper und beginnt, sie zu bekämpfen. Die Follikel entzünden sich und die Haare fallen aus. Bei der Alopecia areata beziehungsweise totalis gibt es immer eine genetische Komponente. Dies erklärt auch, wieso die Erkrankung in einigen Familien gehäuft auftritt. Damit die Krankheit ausbricht, kommen verschiedene Auslöser in Frage, etwa heftiger Stress oder starke psychische Belastungen wie ein Todesfall.

Wie die Krankheit verläuft, kann niemand voraussagen. Bei einigen Betroffenen bleibt es nach dem Auftreten bei der einen kahlen Stelle. Bei anderen kommen weitere Stellen hinzu, bis schließlich der großflächige Haarverlust droht. Bei der Alopecia totalis hat der Betroffene keinerlei Haare mehr auf dem Kopf. Das bedeutet: Neben dem Haupthaar und dem Bart fallen auch die Augenbrauen und Wimpern aus.

Alopecia androgenetica bei Männern und Frauen

Die Alopecia androgenetica ist bei Männern und Frauen gleichermaßen die häufigste Art von Alopezie - die Symptome und der Verlauf unterscheiden sich jedoch zwischen den Geschlechtern:

Mann mit Alopecia totalis bekommt seine neue Haarlinie angezeichnet

Mann mit Alopecia totalis bekommt seine neue Haarlinie angezeichnet

Bei einer Alopecia totalis haben die Betroffenen keinerlei Haare im ganzen Kopfbereich.

Kann sich die Alopecia totalis zurückbilden?

Der kreisrunde Haarausfall klingt in einigen Fällen von allein wieder ab. Nach einiger Zeit beginnen die Haare in der betroffenen Region dann wieder zu wachsen. Oft verläuft die Erkrankung jedoch in Schüben, sodass die Haare erneut ausfallen. Wenn sich der kreisrunde Haarausfall nicht von selbst zurückbildet, wird der Arzt verschiedene Behandlungsansätze in Betracht ziehen, die jedoch in der Regel keine dauerhaften Erfolge nach sich ziehen.

Grundsätzlich ist die Medizin derzeit ratlos, wodurch Autoimmunkrankheiten entstehen. Dementsprechend gibt es auch keine gesicherten Heilmethoden. Ärzte versuchen jedoch, die Symptome zu behandeln, um Betroffenen die Lebensqualität so weit wie möglich zu erhalten. Die Ursachen können sie jedoch nicht bekämpfen. Kommt es in seltenen Fällen dazu, dass die Alopecia totalis von allein aufhört, können die Haare jedoch wieder nachwachsen. In diesem Fall sind sie zunächst oft sehr dünn und weiß, weil ihnen die Pigmente fehlen. Erst später verändert sich die Struktur und es kommt zur Einfärbung der Haare.

Frau mit komplett kahlem Kopf aufgrund von Alopecia totalis

Frau mit komplett kahlem Kopf aufgrund von Alopecia totalis

Frauen greifen bei Alopecia totalis sehr häufig zu einer Perücke um den kahlen Kopf zu kaschieren.

Bei fortgeschrittenem Haarausfall schwindet die Hoffnung auf Besserung

Eine Alopecia totalis wird wahrscheinlicher, je stärker der kreisrunde Haarausfall ausgeprägt ist. Ist über einen längeren Zeitraum nur eine einzelne Stelle betroffen, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass es bei dieser Stelle bleibt, als wenn mehrere kahle Stellen vorhanden sind. Werden Veränderungen an den Finger- und Zehnägeln beobachtet, ist die Alopecia totalis in der Regel nicht mehr aufzuhalten. Gleiches gilt, je länger die Erkrankung besteht. Wenn nach drei Jahren keine Verbesserung, sondern womöglich eine fortschreitende Verschlechterung beobachtet wird, kann es zur Alopecia totalis kommen.

Alopecia totalis - eine psychische Belastung für die Betroffenen

Tritt tatsächlich großflächiger Haarverlust auf, leiden die Betroffenen oft sehr unter der Alopecia totalis. Eine Haartransplantation hilft nicht, da auch die transplantierten Haarwurzeln vom Immunsystem angegriffen würden. Die Haarpigmentierung ist hingegen eine dauerhafte Lösung.

Durch das Einbringen von Pigmenten in die oberste Hautschicht entsteht hierbei der Eindruck von vollem Haar, das sehr kurz rasiert ist. Männer können ihren totalen Haarausfall dadurch mit einem kurzgetrimmten Look perfekt kaschieren. Und auch Frauen, die aufgrund ihrer Alopecia totalis eine Perücke tragen, bringt die Haarpigmentierung mehr Lebensqualität: Während die Perücke beispielsweise während der Arbeit getragen wird, kann sie zu Hause abgenommen werden. Dank der Haarpigmentierung fühlt sich der Kopf nicht „nackt“ an. Und von der Alopecia totalis ist auch bei einem Blick in den Spiegel nichts zu sehen. Das Gesicht erhält durch die natürlich nachgearbeitete Haarlinie wieder einen schönen Rahmen.

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