Bei einer Alopezie kommt es zur einer optisch wahrnehmbaren Lichtung des Kopfhaares, sodass das Haupthaar schütter oder kahl aussieht.

Dem Menschen fallen durchschnittlich zwischen 70 und 100 Kopfhaare pro Tag aus. Die Haarwurzeln verbleiben jedoch in der Kopfhaut und produzieren nach einer 2-6 monatigen Ruhephase erneut gesundes und kräftiges Haar. Bei einer durchschnittlichen Anzahl von 100.000 Haaren führt ein stetiger Wechsel von Wachstums- zu Übergangs- und Ruhe- bzw. Ausfallphase im Normalfall nicht zu einer Lichtung des Kopfhaares, da die verlorenen Haare nachwachsen und andere wiederum ständig ersetzen.Mit Alopezie ist der sogenannte Effluvium (lat. Ausfall) gemeint, der den Ausfall des Haares über der Norm bezeichnet. Ein gesteigerter Haarausfall muss nicht notwendigerweise zu einer Alopezie führen. Das hängt davon ab, wieviele Haare in welchem Zeitraum ausfallen. Fallen mehr Haare aus, als sich neue in der Wachstumsphase befinden, spricht man von einer Alopezie. Bei kreisrunden, haarlosen Hautbezirken spricht man von kreisrundem Haarausfall, der sogenannten Alopecia areata.

Ein spärlicher Haarwuchs ist nicht selten. Mehr als 1,5 Millionen Männer und 500.000 Frauen in Deutschland leiden unter Haarverlust.

Das klinische Wörterbuch Pschyrembel (1994) differenziert Alopezie in zehn unterschiedliche Arten.

Alopezie

Abbildung 1: Der Haarwuchszyklus.

Die Zehn Alopezie-Arten:

1. androgenetica
2. areata
3. atrophicans
4. mechanica
5. medicamentosa
6. postpartualis
7. praematura
8. seborroica
9. specifica
10. symptomatica

Der hormonell- erbliche Haarausfall lässt sich durch ein typisches Muster erkennen. Bei Männern lichten sich die Haare zunächst an den Schläfen und an der Stirn. Die sogenannten Geheimratsecken entstehen und entwickeln sich später zu einer Stirnglatze. Am Hinterkopf lichten sich die Haare zu einer Tonsur. Die Haarwurzeln stellen Ihre Aktivität nach und nach ein eine kahle Fläche am Hinterkopf entsteht. Mit 95 Prozent ist alopecia androgenetica die häufigste Ursache von Haarausfall bei Männern und Frauen.

Männer sind sogar häufiger betroffen. Bei Ihnen lichten sich die Haare schon im jungen Erwachsenenalter. In manchen Fällen sogar schon nach der Pubertät bevor das 18. Lebensjahr vollendet ist. Etwa jeder zweite Mann leidet unter Haarverlust. Bei Frauen lichten sich die Haare am Scheitel. Meist setzt der Haarverlust nach den Wechseljahren ein. Vor der Menopause haben etwa zehn Prozent der Frauen eine androgenetische Alopezie, nach den Wechseljahren bereits 20 bis 30 Prozent.

Androgenetische Alopezie

Die Ursache einer anlagebedingten Alopezie ist bei Männern und Frauen gleich und stellt keine hormonelle Störung dar. Das männliche Geschlechtshormon Dihydrotestosteron (DHT) spielt dabei eine entscheidende Rolle. Dihydrotestosteron wird von Männern und Frauen durch Hilfe eines Enzyms (5-alpha-Reduktase) aus dem männlichen Geschlechtshormon Testosteron gebildet. Eine vererbte Überempfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber DHT lässt das Haar spärlicher wachsen, bis es zu einer langfristen Schrumpfung der Haare kommt und das Haar schließlich gänzlich ausfällt. Die Veranlagung dazu steckt bereits in unseren Genen, allerdings wird sie nicht automatisch an die Nachkommen weitergegeben. Es sind verschiedene, noch nicht eindeutig geklärte Faktoren für den Haarausfall verantwortlich. Aus der Haarpracht der nächsten Verwandten lässt sich also keine absolut 100%ig sichere Erkenntnis ziehen, wie sich die eigene Haarpracht in der Zukunft verhalten wird.Die Therapie einer androgenetischen Alopezie gestaltet sich durchaus schwierig und ist immer an eine dauerhafte Medikation gekoppelt. Egal, ob Sie sich als Mann für die Finasterid 1mg Tablette entscheiden oder zweimal täglich die 5- bzw. 3%ige Minoxidil Lösung auf die Kopfhaut auftragen, die Therapie hat nur über mehrere Jahre kontinuierlicher Anwendung Chancen auf einen sichtbaren Erfolg.

Ob Sie den Haarausfall kausal mit Minoxidil und/oder Finasterid oder mit kosmetischen Lösungen, wie MHS® FUE-Haartransplantation, HPP® micro Haar Pigmentierung, Concealern oder Haarersatz bekämpfen wollen ist immer eine individuelle Entscheidung. Wichtig ist zu beachten, dass kosmetische Lösungen keine Nebenwirkungen aufweisen. Bei einer Dauermedikation reagiert jeder Patient jedoch unterschiedlich und in einigen Fällen müssen unerwünschte Nebenwirkungen in Kauf genommen werden oder die Therpapie muss abgesetzt werden.

Alopezie

Abbildung 2: Der androgenetische Haarausfall beim Mann

Kreisrunder Haarausfall

Kreisrunder Haarausfall ist an runden, ovalen oder völlig haarlosen Arealen erkennbar. Die Ränder der betroffenen Areale weisen kurze, abgebrochene Haare auf. Etwa ein bis zwei Prozent aller Menschen sind im Laufe ihres Lebens von kreisrundem Haarausfall betroffen. Die Krankheit kann in jedem Alter bei Männern und Frauen auftreten,beginnt jedoch überwiegend bei Kindern und Jugendlichen. In manchen Fällen wächst das Haar nach einiger Zeit wieder nach. In anderen Fällen kommt es zu einem kompletten Ausfall der Kopfhaare. In diesem Fall ist die Rede von alopecia totalis. Ist darüberhinaus das ganze Körperhaar betroffen spricht man von alopecia universalis.

Die genauen Ursachen dieser mysteriösen Krankheit sind bislang weitesgehend unerforscht. Man geht davon aus, dass es sich um eine körpereigene Störung des Immunsystems handelt.
Die Autoimmunkrankheit ist weder ansteckend noch lebensbedrohlich. Die Abwehrzellen richten sich gegen die eigenen Haare und stoßen diese vom Körper ab. Da alopecia areata gehäuft in manchen Familien vorkommt, geht man von einer Veranlagung im Erbmaterial aus. Der kreisrunde Haarausfall tritt zudem auch häufig mit andern Immunkranheiten, wie Vitiligo oder einer Schilddrüsenerkrankung auf.

Es gibt verschiedene Therapien, um alopecia areata zu behandeln. Die Erfolge den Haarausfall zu heilen sind eher selten. In manchen Fällen wächst das Haar nach Jahren wieder nach in anderen Fällen bieten kosmetische Lösungen Hoffnung auf neue Lebensqualität.

Alopezie

Abbildung 3: Kreisrunder Haarausfall beim Mann

Diffuser Haarausfall

Beim diffusen Haarausfall ist der Haarverlust nicht auf einen bestimmten Teil des Kopfes beschränkt, sondern betrifft das Haar insgesamt. Das Ausdünnen des Haares ist meist eine vorübergehende Störung.

Stress, Depressionen, Hormonschwankungen, Medikamente z.B. bei einer Chemotherapie, Beta-Blocker (bei Bluthochdruck), blutfettsenkende Medikamente, Schilddrüsen-Medikamente, Bestrahlungen, Vergiftungen, Chemikalien in herkömmlichen Haarpflegeprodukten sowie Infektions- und Stoffwechselkrankheiten.

Wird die Ursache behandelt, verschwindet in der Regel der Haarausfall wieder.

Alopezie

Abbildung 4: Diffuser Haarausfall beim Mann

Was kann man tun?

Viele Leidende investieren hohe Summen in Koffein-Shampoo, Klettenwurzel- und Sägepalmenextrakt, Thymus-Präparate oder Nahrungsergänzungsmittel. Die meisten Haartabletten und Mittel setzen auf die Stimulation der Durchblutung der Kopfhaut. Dadurch sollen die Haare wieder sprießen. Der Beweis für die Wirksamkeit der meisten Mittel steht dabei jedoch aus. Ein hormonell bedingter Haarausfall ist selten Rückgängig zu machen, jedoch kann man Ihn eventuell verlangsamen und mit modernen Methoden erfolgreich kaschieren, sodass er nicht mehr für Dritte wahrnehmbar ist.

Kommt keine FUE-Haartransplantation und/ oder HPP® micro Haar Pigmentierung infrage, bleibt die Möglichkeit eines Haarersatzes, jedoch gibt es auch bei Perücken oder Toupets Vor- und Nachteile. Für die meisten ist Haarausfall eine unerwünschte Erscheinung. Inwieweit der Haarausfall unsere Persönlichkeit belastet ist unterschiedlich. Manche wissen mit dem Haarausfall gut umzugehen und andere haben Einbüßen in ihrer Lebensqualität.

Was sollte man tun?

Haarausfall ist im Normalfall ein kosmetisches Problem, dass sich auch kosmetisch beheben lässt. Ob es eine Lösung durch verändernde Maßnahmen der Genetik geben wird, bedarf weiterer Forschung.Bis dahin gibt es unterschiedliche Möglichkeiten sich trotz des Haarausfalls schön zu fühlen und ein Leben voller Lebensfreude zu führen.

Wer spürt, dass ihn der Haarverlust belastet, sollte sich daher nicht scheuen, kosmetische Hilfe in Anspruch zu nehmen und das eigene Selbstbild mit einem Hilfsmittel wiederherzustellen oder zu mildern.

Haartransplantation

Eine Haartransplantation bietet sich in der Regel nur bei hormonell-erblichem Haarausfall an. Dabei wird die Tatsache genutzt, dass die Haarfollikel am Hinterkopf auf Testosteron unempfindlich sind. Kleine Haarinseln werden mit unterschiedlichen Techniken aus dem Donorbereich des Kopfes entnommen und an einer anderen Stelle eingepflanzt.

Das größte Problem der Haartransplantation ist die begrenzte Menge an Spenderhaar. Ab einem gewissen Ausmaß der Alopezie kann man mittels einer Transplantation keine natürliche Haardichte mehr erzielen. Dazu müsste es möglich sein Haarfollikel zu multiplizieren. Es wird in verschiedenen Einrichtungen hingehend geforscht, bislang ist jedoch noch keine Möglichkeit gegeben einem kahlen Kopf neuen Haarwuchs zu verleihen.

Alopezie

Abbildung 5: Übersicht verschiedener Haarausfall Lösungsmethoden

Haarersatz

Ein Haarersatz (Perücke oder Toupet) ist für viele eine Möglichkeit bei Alopezie wieder zu vollem und vor allem langen Haar ohne Operation zu gelangen.

Je nachdem ob Echthaar oder Kunsthaar verwendet wird sind Haarsysteme unterschiedlich kostenintensiv. Da das Zweithaar nicht durch die Kopfhaut gefettet wird, ist eine manuelle Pflege mit speziellen Pflegeprodukten notwendig. Viele Zweithaaranbieter bieten die Pflege und Reinigung Ihrer Haarteile in Ihrem Service mit an. Moderne Haarsysteme können mittlerweile in bestehendes Haar eingeflochten (weaving) oder mit einem Spezialkleber auf der Kopfhaut befestigt werden (bonding).

Ein Austausch der Haarteile erfolgt alle paar Wochen. In dieser Zeit muss das Haarteil nicht zwangsweise abgenommen werden. Für viele kommt ein Haarteil nicht in Betracht, da man darunter intensiver schwitzt, die Haut schlechter atmen kann, unangenehme Gerüche durch die Adhäsive entstehen können und die ständige Angst “entlarvt” zu werden zu psychischem Druck führen kann.

Concealer und Make-Up

Concealer wie Schütt- oder Fiberhaare, die durch statische Aufladung und Haarspray auf dem bestehenden Haar haften sollen sind im Internet erhältlich. Ist der Haarausfall weiter fortgeschritten können die Kunsthaare nicht ausreichend haften.

Viele Concealer sind nicht wasser- und windbeständig. Duschen, Schwimmen oder ein leichter Regenschauer reichen aus, um das tägliche Styling zunichte zu machen. Auch können bei intimen Kontakt mit einer Person Schütthaare in der Hand oder auf dem Kopfkissen hängen bleiben. Concealer sind eher für einmalige Veranstaltungen, wie Fototermine, Hochzeiten und andere Feierlichkeiten gedacht, jedoch nicht für den Dauereinsatz geeignet.

Bei der micro Haar Pigmentierung werden haarlose Areale adaptiv zu der vorhandenen Haarstruktur pigmentiert, um das Haar optisch mittels hochwertiger Spezialpigmente zu verdichten. Die Anwendung ist dauerhaft und hält bis zu 10 Jahre. Bereits wenige Tage später ist das Endresultat sichtbar. Sie können Ihren täglichen Alltagsaktivitäten, sowie Sport, Sauna oder Schwimmen kompromisslos nach kurzer Schonphase nachgehen.

Bei intimen Kontakt ist das Anfassen, Streicheln oder Massieren des Kopfes möglich, ohne dass das Erscheinungsbild Ihrer micro Haar Pigmentierung beeinträchtigt oder negativ verändert wird. Die Pigmentierung kann jederzeit angepasst oder bei fortschreitendem Haarausfall erweitert werden.

Die HPP® micro Haar Pigmentierung ist komfortabel, dauerhaft und bietet sofortige Hilfe ohne Risiken bei nahezu allen Arten von Haarausfall.

Alopezie

Abbildung 6: Abbildung 6: Concealer wie Schütthaare oder Microfibres können temporär den Haarausfall kaschieren, sind jedoch nicht wasserfest.