Die diffuse Lichtung des Haupthaares

Wenn sich die Haare plötzlich lichten, ist das sowohl für Frauen als auch für Männer ein ernsthaftes psychisches Problem.
Nun geht es darum, zunächst die Ursache für den Verlust der Behaarung ausfindig zu machen, um den weiteren Haarverlust zu stoppen und möglicherweise sogar umzukehren. Ob dies möglich ist, hängt wesentlich von der Ursache ab. Ein diffuser Haarausfall etwa äußert sich dadurch, dass die Haare vom gesamten Kopfbereich abfallen. Obwohl diese Erkrankung jeden treffen kann, sind mehr Frauen als Männer betroffen.In den vergangenen Jahren haben Dermatologen beobachtet, dass ansteigend sogar Kinder und Jugendliche unter diffusem Haarausfall leiden. Die Mediziner führen dies darauf zurück, dass sich die Ernährungsgewohnheiten gerade in jungen Familien zunehmend verschlechtern, was sich in verschiedenen chronischen Krankheiten wie Diabetes, Arthrose oder eben den diffusen Haarausfall zeigt.
Weil diffuser Haarausfall streng genommen keine Krankheit, sondern lediglich ein Symptom für andere gesundheitliche Probleme darstellt, sollten die Betroffenen schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen, sobald sie bemerken, dass sie weit über das normale Maß hinaus Haare verlieren. Weil der diffuse Haarausfall von zahlreichen Faktoren ausgelöst werden kann, versucht der Arzt zunächst, in einem ausführlichen Gespräch, die Ursachen einzugrenzen oder ausfindig zu machen. Wichtige Fragen lauten für ihn:

  • Welche Medikamente haben Sie in den vergangenen Wochen und Monaten eingenommen?
  • Haben Sie unter bestimmten Krankheiten gelitten?
  • Haben Sie ihren Ernährungs- und Lebensstil umgestellt?

Können die Betroffenen diese Fragen beantworten, kann der Mediziner damit beginnen, zielgerichtet nach der Ursache zu fahnden.

Zu den typischen Auslösern, die zur Diagnose diffuser Haarausfall führen, gehören beispielsweise Depressionen, Stress sowie hormonelle Schwankungen, wie sie etwa durch eine Schwangerschaft, die Wechseljahre oder Probleme mit der Schilddrüse ausgelöst werden können.

diffuser haarausfall

Abbildung 1: Diffuser Haarausfall ist oft auf Mangelerscheinungen zurückzuführen.

Die Ursache von diffusem Haarausfall muss gelöst werden

Sobald geklärt ist, warum beim Patienten diffuser Haarausfall aufgetreten ist, beginnt die eigentliche Therapie. Dabei konzentriert sich der Arzt im Wesentlichen darauf, die eigentliche Ursache zu bekämpfen. Denn sobald diese beseitigt ist, lässt sich diffuser Haarausfall zumindest stoppen.

Ob sich die Follikel der ausgefallenen Haare regenerieren und neue Haare bilden, lässt sich im Vorfeld allerdings nicht zuverlässig abschätzen. Im schlimmsten Fall müssen die Betroffenen zu kosmetischen Hilfen wie einer Perücke greifen, um die sichtbaren Folgen des Haarausfalls zu verbergen. Denn sowohl für Frauen als auch für Männer stellen die lichten Haare vielfach ein massives psychisches Problem dar.

Sie ziehen sich deshalb oft von ihrem persönlichen Umfeld zurück und können im schlimmsten Fall sogar ernsthafte psychische Probleme entwickeln.

Durch eine Perücke können sie ihre lichten Haare zumindest nach außen hin verbergen und sich trotzdem schön fühlen. Ein Toupet ist für Patienten, die unter diffusem Haarausfall leiden, übrigens keine Option, weil das Toupet lediglich verwendet wird, wenn nicht der gesamte Kopfbereich vom Haarausfall betroffen ist.

Wenn dem Körper wichtige Nährstoffe fehlen

Viele der auslösenden Faktoren, die zu diffusem Haarausfall führen, können den Haarausfall jedoch nur bewirken, weil der Körper der Betroffenen ohnehin geschwächt ist. Viele Menschen achten nicht darauf, ob sie mit der Nahrung ausreichend Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente zu sich nehmen. Beispielsweise Personen, die sich sehr einseitig ernähren oder strenge Diät halten, können dadurch ihren Körper schwächen. Die mangelhafte Versorgung mit Nährstoffen führt dazu, dass die Haarwurzeln unterversorgt sind und der Stoffwechsel des Haarwachstums verlangsamt. Die Zellteilung findet seltener statt und die Wachstumsphasen des Haares verkürzen sich. Dadurch fallen mehr Haare aus, als nachwachsen können. Im Normalfall fallen täglich bis zu 100 Haare aus. Ein Nährstoffmangel begünstigt das schnellere und vermehrte Ausfallen von Haaren, zum Beispiel ein Mangel von Nährstoffen wie Folsäure, Biotin (Vitamin H), Zink und Vitamin B6. Aber vor allem ein Mangel an Eisen und Vitamin B12 kann schwerwiegende Folgen mit sich tragen. Nicht nur die Haare sind hierbei betroffen, sondern der gesamte Organismus. Bei veganer Ernährung zum Beispiel, also dem Verzicht auf jegliche tierische Produkte ist die Gefahr sehr hoch an Mangelerscheinungen zu leiden. Zu einem Eisenmangel kann es jedoch auch bei einigen Frauen durch die Menstruation und dem damit einhergehenden Verlust von Blut kommen. Eisen wird dabei mit dem Blut verloren. Wird dieser Verlust nicht ausreichend mit der Nahrung ausgeglichen, kann es zu Haarausfall führen.

diffuser haarausfall

Abbildung 2: Diffuser Haarausfall beginnt meist auf dem Oberkopf.

Aber auch einige Erkrankungen, die eine unzureichende Nährstoffaufnahme zur Folge haben, begünstigen Haarausfall. Zum Beispiel chronische Darmerkrankungen, Leber- und Nierenerkrankungen oder Alkoholabusus. Auch Essstörungen, wie Magersucht und Bulimie führen zu Nährstoffmangel und können Haarausfall auslösen. Desweiteren haben Schwangere und Frauen in der Menopause einen erhöhten Nährstoffbedarf und zusätzlich Hormonumstellungen, weshalb sich die Haarstruktur und das Haarwachstum verändern können. Durch eine Ernährungsumstellung zu gesunder, abwechslungsreicher Kost und ausreichend Flüssigkeit in Form von Wasser und

ungesüßten Tee lässt sich diffuser Haarausfall, der als Folge einer Mangelerscheinung auftritt, behandeln. Ein individueller Ernährungsplan kann bei der Umsetzung der Ernährungsumstellung helfen.
Gegebenenfalls verschreibt der Arzt auch Präparate, sodass ein möglicher Mangel bestmöglich ausgeglichen werden kann. Oder Sie lassen sich zu Nahrungsergänzungsmitteln von einem Experten beraten beraten.

Welche Therapie ist sinnvoll?

Natürlich muss die Therapie individuell auf den Betroffenen zugeschnitten werden, wenn diagnostiziert wurde, dass ein diffuser Haarausfall vorliegt. Handelt es sich um ein organisches Problem wie eine Fehlfunktion der Schilddrüse, ist die Behandlung noch relativ einfach, da es hier bereits bewährte Therapien gibt.

Schwieriger ist die Situation, wenn diffuser Haarausfall die Folge von psychischen Problemen oder einem Zuviel an Stress ist. In diesem Fall kann ein Psychotherapeut oder ein Psychologe zusätzlich zurate gezogen werden. Diese können mit den Betroffenen zusammen beispielsweise ein maßgeschneidertes Anti-Stress-Programm entwickeln oder anderweitige Therapien ausarbeiten. Auch der regelmäßige Besuch einer Selbsthilfegruppe, die es in vielen Orten für Depressionspatienten gibt, kann bei der Lösung des individuellen Leidens helfen.

Ergänzend dazu empfiehlt es sich außerdem, für die Haarpflege auf spezielle Pflegeprodukte zurückzugreifen, die für Betroffene mit diffusem Haarausfall geeignet sind. Im Fachhandel finden die Betroffenen zahlreiche Natur-Shampoos, die weitgehend frei von aggressiven Chemikalien sind, welche den Haarausfall hervorrufen können. Diese führen den Haarfollikeln sogar wertvolle Stoffe zu. Auch damit leisten die Betroffenen einen Beitrag, um diffusen Haarausfall schnellstmöglich in den Griff zu bekommen und nicht noch mehr des kostbaren Haupthaares zu verlieren.

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Abbildung 3: Diffuser Haarausfall trifft sowohl Männer als auch Frauen.